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Indogermanisches Seminar der Universität Zürich Rämistr. 68 (RAG), CH-8001 Zürich, Tel.: ++ 41 44 634 20 39, Fax: 49 58 |
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Die Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft entstand aus der Konfrontation der Sprachen des klassischen Altertums, Griechisch und Latein, mit der altindischen Kultursprache Sanskrit. Die Disziplin gilt als Geburtsstätte der modernen wissenschaftlichen Sprachbetrachtung schlechthin sowie des Strukturalismus.
Die Indogermanistik bemüht sich vor allem um Rekonstruktionen, und zwar in zwei Richtungen. Einerseits schaut sie quasi paläontologisch rückwärts auf jene zwischen 5000 und 3000 vor Christus anzusetzende, nirgends direkt bezeugte Ursprache, auf die die heutigen Sprachgruppen Indisch, Iranisch, Baltisch, Slavisch, Germanisch, Italisch, Keltisch, Griechisch, Armenisch und Albanisch sowie ausgestorbene Dialekte wie u.a. Hethitisch, Tocharisch, Messapisch und Phrygisch zurückgehen. Durch strukturelle Analyse und eine eigens entwickelte vergleichende Methode versucht sie, ein Modell dieses verschollenen Idioms und der geistigen Kultur seiner Sprecher zu erschliessen. Die vielfach erprobte vergleichende Rekonstruktion kommt in diesem Sinne einer echten Zeitmaschine nahe.
Die "Rekonstruktion vorwärts" oder Nachvollziehung der historischen Entwicklung der belegten Sprachen aus der Ursprache bildet den komplementären philologischen Pol dieser Disziplin. Die geographische Breite und chronologische Tiefe der indogermanischen Traditionen (über 3000 Jahre mit nur wenigen Unterbrechungen für Griechisch und Indisch) ähneln einem wahrhaftigen Sprachlabor, das wertwolle Einblicke in die Mechanismen des Sprachwandels ermöglicht und auch zur allgemeinen Sprachwissenschaft immer noch wichtige Beiträge liefert.
Indem die Indogermanistik antike Texte auf vergleichender Basis analysiert, dient sie als Kontaktpunkt für verschiedene Einzelphilologien und historische Fächer: Indologie, Klassische Philologie, Slavistik, Orientalistik, Alte Geschichte, Archäologie usw., die wegen zunehmender Spezialisierung immer weiter auseinanderdriften. Trotz Fortschritt im Detail bleiben viele Textstellen für Einzelphilologen unverständlich, gerade weil sie kein Produkt der jeweiligen Kultur sind, sondern vielmehr Überbleibsel aus einer früheren Zeit. Solche ererbten Archaismen lassen sich nur durch den Vergleich mit verwandten sprachlichen und kulturellen Systemen aufklären. Allein eine übergreifende Betrachtungsweise vermag die verlorenen Strukturen wieder herzustellen, in denen isolierte, intern unlösbare Probleme mit Erfolg angegangen werden können.
BAHF 120 HF 90
NF 60
NF 30
NF 30
NF 30
Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft
Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft
Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft
Griechische Sprachwissenschaft
Lateinische Sprachwissenschaft
MAHF 90 HF 75
NF 30
NF 15
NF 30
NF 15
NF 30
NF 15
Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft
Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft
Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft
Griechische Sprachwissenschaft
Griechische Sprachwissenschaft
Lateinische Sprachwissenschaft
Lateinische Sprachwissenschaft
Studienordnungen als pdf
Das Studium der Indogermanistik umfasst erstens die Lektüre und philologische Analyse altindogermanischer Texte, dann die Rekonstruktion der Ursprache selbst, endlich das Nachvollziehen der historischen Entwicklung der Einzelsprachen.
Im Indogermanischen Seminar finden regelmässig Kurse in folgenden indogermanischen Einzelsprachen statt:
Im Indogermanischen Seminar werden ausserdem Altiranisch (Avestisch, Altpersisch), Altgermanisch (Gotisch), Armenisch, Altkirchenslavisch, Albanisch, Oskisch-Umbrisch, Luwisch und Litauisch sowie verschiedene Trümmersprachen (Altpreussich, Phrygisch, Karisch, etc.) in regelmässigen Abständen angeboten.
Am wichtigsten unter den indogermanischen Sprachfamilien sind diejenigen, die am frühesten bezeugt sind (daher "Hauptsprachen"): Hethitisch, Vedisch (älteste Phase des Sanskrit) und Griechisch (vor allem Homer, Lyrik, Dialektinschriften, Mykenisch). Diese sollten so bald wie möglich im Studium gelernt und immer weiter vertieft werden.
Grundlegend für alle Fachstudenten ist der Vorlesungszyklus zur historischen Grammatik des Lateinischen bzw. Griechischen, in dem Methoden und Ergebnisse der historischen und strukturellen Sprachwissenschaft veranschaulicht werden.
Im Indogermanistischen Seminar (jedes Sommersemester) werden sprachvergleichende Themen behandelt, entweder theoretischer oder philologisch-inhaltlicher Natur; auch die neuere komparatistische Fachliteratur wird besprochen.
Kurse und Vorlesungen zu vergleichenden Themen runden das Lehrangebot ab.
Auslandsaufenthalte werden sehr empfohlen, besonders um sich ein Bild über in Zürich nicht regelmässig angebotene Dialekte (z.B. Tocharisch) zu verschaffen.
Das Hauptfach und das 1. Nebenfach sind für jene gedacht, die eine intensive Ausbildung wollen oder brauchen. Hier steht eine eingehende philologische Beschäftigung mit den altidg. Hauptsprachen im Vordergrund.
Studienanfänger, die Indogermanistik im Haupt- oder 1. Nebenfach wählen, sollten zuerst Griechisch lernen oder (wenn schon vorhanden) perfektionieren. Sanskrit kann im darauffolgenden Jahr angegangen werden. Während es sich nicht empfiehlt, mit dem Studium des Griechischen und Sanskrit gleichzeitig zu beginnen, beansprucht das Hethitische weniger Studienzeit und kann ohne Schaden gleichzeitig mit einer anderen Hauptsprache erlernt werden. Von den anderen angebotenen Sprachen und Disziplinen sollte man nach Lust und Laune profitieren.
Das 2. Nebenfach dient dazu, auch Fernerstehenden eine zwangslose Beschäftigung mit der vergleichenden Sprachwissenschaft zu ermöglichen. Es eignet sich besonders z.B. für Germanisten und Slavisten, die Latein oder Griechisch im 1. NF haben, sowie für Studierende der Klassischen Philologie, Indologie und Allgemeinen Sprachwissenschaft. Jede Kombination von drei selbständigen, in Zürich angebotenen idg. Dialekten wird akzeptiert, sofern eine Hauptsprache dabei ist; das Studium des Sanskrit, obwohl empfohlen, wird absichtlich nicht verlangt.
Da eine Prüfung in Indogermanischer Sprachwissenschaft inhärent vergleichend ist, deckt sie sich mit keiner Einzelphilologie; daher schliesst sie eine Prüfung in etwa Griechischer oder Lateinischer Linguistik keineswegs aus.
Ausserdem: entweder ein Jahr einer nicht-idg. Sprache (regelmässig angeboten werden u.a. Türkisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Ungarisch; abwechselnd werden verschiedene nicht-idg. Idiome im Seminar für Allgemeine Sprachwissenschaft angeboten) oder das einjährige Proseminar über allgemeine Sprachwissenschaft oder Computerlinguistik.
N.B. Die Kombination von Griechischer Linguistik, Lateinischer Linguistik und Vergleichender Indogermanischer Sprachwissenschaft wird durch §7 der Lizentiatsprüfungsordnung verunmöglicht es müssen zwei Mitglieder der Fakultät als Examinatoren zum Einsatz kommen.
"Apporter du neuf, ce n'est pas appliquer à des faits connus
quelque idée générale ayante une apparance d'originalité;
c'est interpréter d'une manière exacte et personelle des faits
recueillis de première main."
A. Meillet, Etrennes Benveniste vi
ardhamaatraalaaghavena putrotsavam manyante vaiyaakaranaah
Paribhaas.apaat.ha 122
"Grammatiker freuen sich über die Einsparung einer halben Silbe wie über die Geburt eines Sohnes"
anantapaaram kila shabdashaastram
altindisches Sprichwort
"Das Wortstudium hat bekanntlich kein Ende"
Zum Inhalt:
Die Grenzen unseres Wissens philologisch zu erweitern, heisst: das Material erstens sammeln (soweit wie möglich erschöpfend), dann interpretieren (in kohärente Gruppen ordnen und deren Verhältnisse deuten), endlich Stellung nehmen zu früheren Versuchen, falls solche vorhanden sind.
Zum Material:
Grundsätzlich sollte nicht nur das positive Material (auf das sich die These stützt), sondern auch sollten die Gegenbeispiele mit ihren Konsequenzen für alternative Theorien behandelt werden.
Zur Form:
Auf Klarheit des Ausdrucks wird grösster Wert gelegt.
Schreiben Sie nicht für eingeweihte "Insider", sondern für einen wohlwollenden, aber etwas fernstehenden Leserkreis. Nehmen Sie nichts als vorgegeben an; erklären Sie Ihre Ausgangsbasis und jeden Schritt der Beweisführung.
Vor dem Einreichen der Arbeit lassen Sie die (vorläufig) "letzte" Fassung einige Zeit liegen ("gären"), dann lesen Sie sie nochmals mit kritischer Distanz durch. Sie werden staunen, wie unverständlich die Arbeit "geworden" ist!
Auf Knappheit des Ausdrucks wird auch grosser Wert gelegt.
Tilgen Sie deshalb ruhig alles Unnötige doch natürlich nicht auf Kosten der Verständlichkeit oder des persönlichen Stils. "Say it simple save a tree".
Es gibt keine vorgeschriebene Minimal- oder Optimallänge für schriftliche Arbeiten gleich welchen Niveaus. Akzessarbeiten sollten 15 Seiten lieber nicht überschreiten, linguistische Lizentiatsarbeiten betragen in der Regel um die hundert Seiten.
Eine benutzerfreundliche Arbeit wird hochgeschätzt!
Folgende Strategien helfen dabei:
Analytisches Inhaltsverzeichnis
Bibliographie
Übersichtstabellen sind oft besser als ganze Seiten Prosa
Zwischentitel im Text helfen, die Hauptabschnitte des Arguments erkennbar zu machen